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Kurzes

Drabble

Da ich heute dazu verurteilt wurde, f?r ein Forum einen Drabble (Kurzgeschichten mit vorgegebener Wortzahl und einem Wort, das vorkommen muss - hier bis 300) zu schreiben, will ich euch den mal nicht vorenthalten.

Thema: Raj; Wortzahl: 151

Ich wachte auf, weil mich etwas an der Wange kitzelte. Gleich darauf vernahm ich ein Schnurren an meinem Ohr und etwas Weiches fuhr ?ber meine Wange. "Mhm?Raj!" begann ich ebenfalls zu schnurren und streckte meine Glieder. Dies nahm er als Einladung, denn schon sp?rte ich etwas Warmes auf meinem Bauch und im n?chsten Augenblick begann er, mich durchzukneten. Ich lie? ihn gew?hren. Unter seinem monotonen, tiefen und wohligen Schnurren und den angenehmen Ber?hrungen d?mmerte ich wieder ein. Allerdings gew?hrte dieser Schwebezustand nicht lange, denn er ?bertrieb mal wieder und ich quiekte auf, als er sich einen Weg durch den d?nnen Stoff meines Nachthemdes bahnte und mich unsanft piekste. Nun war ich endg?ltig wach, riss die Augen auf, hob den Kopf und starrte ihn missmutig an. Jeden Tag das Gleiche. Da sa? mein kleines, dickes, verschmustes Katerchen auf meinem Bauch, lie? seine Krallen in regelm??igen Abst?nden ausfahren und schnurrte vor lauter Gl?ckseligkeit.
16.2.07 19:56


Hohoho...

Langsam, mit gen?sslichem Blick mustere ich ihn von oben bis unten. Seine rote Jacke gl?nzt verf?hrerisch. Obwohl ich sonst nicht auf B?rte bei M?nnern stehe, macht mir seiner absolut nichts aus. Im Gegenteil - sogar seine vollschlanke Figur macht mich an. Vorsichtig schleiche ich los, um ihn nicht zu erschrecken und zur Flucht zu animieren. Nun stehe ich vor ihm und das Wasser l?uft mir im Mund zusammen. Ich kann mich kaum noch beherrschen. Am liebsten w?rde ich ihm sofort die Kleider vom Leib reissen. Vorsichtig sehe ich mich um. Guckt jemand? Keine Gefahr. Vorsichtig strecke ich die Hand aus und lasse meine Finger sanft ?ber ihn gleiten - fahre seine Konturen nach. Ich muss schlucken. Lange kann ich mich nicht mehr beherrschen. Noch einmal umschauen - kein Konkurrent in der N?he. Unbarmherzig greife ich zu und halte ihn wie einen Schraubstock umklammert. Nur schnell weg hier - mit ihm nat?rlich. Die Frau an der Kasse wird misstrauisch be?ugt. Will sie ihn auch haben? Ein Anflug schlechten Gewissens macht mir zu schaffen. Man sollte f?r sein Vergn?gen nicht bezahlen m?ssen. Egal - ICH WILL IHN HABEN! Der weg nach Hause wird lang. Immer wieder betrachte ich ihn liebevoll, fahre ?ber seinen leckeren K?rper, male mir aus, was ich mit ihm tun werde, zu Hause, auf meiner Couch. Endlich angekommen! Ich kann es kaum mehr erwarten. Erregung ergreift von mir Besitz. Die Schuhe schleudere ich schnell von den F??en. Die Jacke werfe ich unachtsam in den Flur. Wieder packe ich ihn und schon geht es zur Couch. Meine Finger spielen kurz mit seinem Gl?ckchen, dann ist er auch schon von seinem G?rtel befreit. Vorsichtlich helfe ich ihm aus seiner Kleidung. Hat er Angst? Egal! Dazu ist er doch da, oder etwa nicht? Nun steht er vor mir in seiner ganzen Pracht - nackt! Hmmmm?.meine Augen fahren ?ber seine braune Haut. Mein Mund ist w?ssrig. Ich kann nicht mehr l?nger warten, packe ihn hart und bohre meine Z?hne in seinen K?rper. Wie s?? er schmeckt. Ich lasse ihn mir auf der Zunge zergehen. F?nf Minuten sp?ter ist bis auf seine Kleidung nichts mehr von ihm ?brig. Ich habe ihn vernascht - meinen leckeren Lindt- Weihnachtsmann!
15.12.06 11:32


Erinnerungen.

?Sashi? Wie lange brauchst du denn noch?? rief Ram von unten. Ich begutachtete noch einmal mein Outfit und zog die Lippen leicht nach. Dann ging ich nach unten. Wir waren mal wieder zu einem Empfang eingeladen, wie so oft. Mein Mann war ein hochrangiger Politiker und schuldete es seinem Beruf und seinem Ansehen, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen. Und da wir erst vor kurzem von einem l?ngeren Auslandsaufenthalt zur?ckgekommen waren, war er gefragt, wie nie. Als ich die Treppe hinunterkam, pfiff er anerkennend und sah mich bewundernd an. Bevor wir aus dem Haus gingen, hauchte er noch einen Kuss auf meine nackte Schulter. ?Du wirst mit jedem Tag sch?ner, meine Liebe.? Ich err?tete ein wenig. In der letzten Zeit waren solche Komplimente wenig geworden, aber das lag vor allem an dem Stress, dem er ausgesetzt gewesen war. Der Umzug in die alte Heimat war auch an mir nicht spurlos vorbeigegangen, immerhin waren wir gleich nach der Heirat ins Ausland gegangen und kehrten nun, nach f?nf Jahren wieder zur?ck. Immer wieder ?berfluteten mich Erinnerungen, Erinnerungen an mein fr?heres Leben ? vor der Heirat. Erinnerungen, auf die ich keinen Wert legte, denn sie raubten mir meinem m?hsam erk?mpften inneren Frieden. W?hrend ich meinen Gedanken nachhing, waren wir schon l?ngst vor der prachtvollen Stadtvilla eines befreundeten Politikers angekommen und der Chauffeur hielt uns die T?r der Limousine auf. Drinnen begr??te uns der Gastgeber. Wir besorgten uns etwas zu trinken und Ram erf?llte seine Pflichten, indem er mit dieser und jener Pers?nlichkeit ein paar Worte wechselte. Meine Aufgabe war nur die Repr?sentation. Es langweilte mich, aber es war nun einmal n?tig. Trotzdem verzichtete ich darauf, den Gespr?chen meine Aufmerksamkeit zu schenken. Ein gelegentliches Nicken oder L?cheln gen?gte vollkommen den Anspr?chen. Stattdessen lie? ich den Blick ?ber die Anwesenden schweifen, in der Hoffnung, eine Freundin zu sehen, die mich aus der langweiligen Gesellschaft erl?sen w?rde. Pl?tzlich stockte mein Atem. Ich schlo? die Augen, um sicherzugehen, dass ich keiner Einbildung zum Opfer gefallen war. Als ich sie wieder ?ffnete, atmete ich erleichtert auf. Ich hatte mich tats?chlich geirrt. Einen kurzen Augenblick dachte ich, einen Schatten aus meiner Vergangenheit gesehen zu haben, aber als ich nun den Raum mit den Augen durchsuchte, war keine Spur von ihm zu sehen. Ich setzte das Glas an die Lippen und bemerkte, dass es leer war. Suchend sah ich mich nach einem Bediensteten mit einem Tablett voller Getr?nke um. Dort hinten war einer. Mit einer sanften Ber?hrung seines Armes, erregte ich die Aufmerksamkeit meines Mannes. Als er mich fragend ansah, meinte ich: ?Ich hole mir schnell etwas zu trinken.? Er nickte nur, schenkte mir einen liebevollen Blick und widmete sich dann wieder seinem Gespr?chspartner. Ich suchte erneut den Kellner, durchquerte den Raum und nahm mir ein Glas Wasser vom Tablett. Auf Alkohol hatte ich keinen Appetit. Allerdings regte sich nun doch mein Appetit auf etwas Essbares und ich begab mich zum kalten B?ffet. W?hrend ich mit dem Teller in der Hand nach ein paar Leckereien Ausschau hielt, vernahm ich eine Stimme an meinem Ohr: ?Du bist noch sch?ner geworden, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.? Ich erstarrte. Diese Stimme geh?rte jemanden, den ich versucht hatte, w?hrend der letzten f?nf Jahre zu vergessen und nun war er hier, raunte mir etwas ins Ohr und seine Stimme brachte mich immer noch total aus der Fassung. Endlich schaffte ich es, mich umzudrehen und starrte in das Gesicht eines ?lteren Herren. Hektisch sah ich mich um, aber ich entdeckte ihn nirgends. Ich versuchte, die Nervosit?t, die sich langsam in mir breit machte, abzusch?tteln. Vergeblich! Also tat ich das einzige, was in den ganzen Jahren geholfen hatte, mein unruhiges Herz zu beschwichtigen. Ich ging zu meinem Mann. Als ich mich fast haltsuchend an ihn klammerte, musterte er mich besorgt. ?Was ist los, Liebes?? Ich sah ihn hilfesuchend an. ?Bitte! Lass uns gehen, Ram! Es?es geht mir nicht so gut.? Unmut flog kurz ?ber sein Gesicht, doch dann nickte er mir liebevoll zu und verabschiedete sich von seinen Gespr?chspartnern. Auf dem Weg zur Garderobe geschah es. Pl?tzlich standen wir einem Paar gegen?ber und ich schaute direkt in die Augen, die ich hatte vergessen wollen und als l?gen nicht mehr als f?nf Jahre zwischen unserer letzten Begegnung und dem Jetzt, versank ich wieder in ihnen, als h?tte es nie etwas anderes gegeben, als ihn und mich.

Rams Worte rissen mich aus der Erstarrung. ?Entschuldigen sie, kennen wir uns?? fragte er seinen Gegen?ber. Er wandte seinen Blick von mir ab und gab meinem Mann die Hand. ?Es tut mir leid. Ich bin ein alter Freund ihrer Frau. Mein Name ist Rahul Akash. Ich war nur so erstaunt?Priya?pl?tzlich vor mir zu sehen. Es ist lange her, seit wir uns das letzte Mal begegnet sind.? erkl?rte er und wieder glitt sein Blick ?ber mich hinweg. Das Feuer in seinen Augen - Es brannte noch genauso lichterloh wie damals. Nichts schien sich ver?ndert zu haben, au?er, dass er noch besser aussah als fr?her und, dass wir inzwischen beide verheiratet waren, wie ich kurz darauf erfuhr. Er stellte uns seine Frau Raja vor und dann gab er mir zur Begr??ung die Hand. Wieder schien die Zeit stillzustehen und ohne meinen Willen machte ich eine Reise in die Vergangenheit. Ich sah, wie wir uns kennenlernten. Damals schon h?tte ich wissen m?ssen, dass er mir nichts Gutes bringen w?rde, aber ich hatte nicht auf meinen Verstand geh?rt. Als ich es endlich tat, war es schon fast zu sp?t. Wir liebten uns, aber mit einer Glut, die uns irgendwann verzehren w?rde. Sp?ter wusste ich nie, wie ich es geschafft hatte, mich von ihm zu l?sen. Doch, gestand ich mir in diesem Augenblick ein. Es war Ram. Ram, der mein zitterndes Herz in seine H?nde nahm und ihm Halt und Geborgenheit gab, Ram, der nie gefragt hatte, was vor ihm war und der es mir erm?glicht hatte, den anderen in seinen Armen, nicht zu vergessen, nein, aber die Erinnerung und den Schmerz verblassen zu lassen. Doch in diesem Augenblick kam alles wieder an die Oberfl?che und als h?tte ich mich verbrannt, zog ich meine Hand zur?ck, nickte seiner Frau kurz zu und wandte mich an meinen Mann. ?Bitte, lass uns gehen.? Er nickte nur. ?Es hat mich gefreut, sie kennenzulernen, Mr. Akash. Leider geht es meiner Frau nicht so gut. Wir werden jetzt nach Hause fahren.? Die beiden M?nner nickten sich ebenfalls zu und wir verlie?en das Haus. Im Wagen lehnte ich mich aufatmend zur?ck. Ram sah mich an. Tiefe Besorgnis lag in seinem Gesicht. Ich versuchte ein beruhigendes L?cheln zustande zu bringen, doch es misslang.

Sp?ter, zu Hause, erz?hlte er mir, dass er eine Botschafterstelle in einem fernen Land angeboten bekommen hatte und fragte mich, was ich davon hielt. Ohne zu Z?gern stimmte ich zu und drei Monate sp?ter verlie?en wir die Heimat und die qu?lenden Erinnerungen. Dieses Mal hoffentlich f?r immer.
4.11.06 14:34


Ein Einkaufstag.

Wie jeden Donnerstag, so fuhren wir auch an Diesem zusammen ins Einkaufszentrum, um unsere Wochenendeink?ufe zu erledigen und nebenbei noch ein bisschen bummeln zu gehen ? meine Schwester und ich.

Und wie jeden Donnerstag war es auch heute wieder voll, da wir nicht die einzigen waren, die diesen Tag als ihren Einkaufstag auserkoren hatten. Aber das st?rte uns nicht. Wir hatten Zeit und nachdem wir die Besorgungen f?r unsere Familien gemacht hatten, suchten wir unser Lieblingskaffee auf, g?nnten uns ein leckeres St?ck Kuchen und beobachteten die Menschen, die an uns vorbeizogen.

W?hrend des Gespr?chs wurde meine Aufmerksamkeit von einem immer wiederkehrenden Ger?usch gest?rt. Es h?rte sich wie ein Knacken an und ich schaute mich um, um die Ursache des Ger?usches festzustellen. Meiner Schwester fiel meine Unaufmerksamkeit nun auch auf. ?Was ist denn?? fragte sie. ?Hm, ich wei? es nicht. Ich h?re immer so ein komisches Ger?usch ? wie ein Knacken. H?rst du das auch?? Wir lauschten beide, doch das Ger?usch war pl?tzlich verstummt. Ich sch?ttelte nur den Kopf und tat es als Einbildung ab. Als ich meine Kaffeetasse an die Lippen setzte, ging pl?tzlich ein Ohrenbet?ubendes Krachen durch das Geb?ude, gefolgt von einem Kreischen, wie wenn Metall auf Metall reibt. Nun hatte es jeder geh?rt. Die Menschen blieben erschrocken stehen und sahen sich um. Wieder krachte es und nun wusste ich, wo das Ger?usch herkam und sah zur Decke. Doch zu sp?t. Die Decke kam bereits auf mich zu und ich riss gerade noch die H?nde sch?tzend ?ber meinen Kopf bevor es dunkel um mich wurde.

Als ich wieder zu mir kam, war es stickig. Die Luft war angef?llt von Rauch und Qualm. Es roch nach versengten Stromkabeln. Ich konnte nichts sehen. Dunkelheit umfing mich. Als ich versuchte, mich zu bewegen, stellte ich fest, dass ich zwischen irgendetwas eingekeilt war. Langsam tasteten meine H?nde die Umgebung ab und f?hlten ringsum nur Beton. Irgendwo ert?nten Schreie. Gequ?lte Schreie und das Wimmern von Menschen, die gro?e Schmerzen erleiden mussten.

Angst schn?rte mir die Kehle zu und ich begann nach Luft zu ringen. Mein K?rper verspannte sich und ich dr?ckte mit meinen H?nden, die das einzige waren, was ich wenigstens etwas bewegen konnte, gegen mein Gef?ngnis. Als ich die Sinnlosigkeit meines Tuns einsah, wurde ich pl?tzlich ruhig. Mein Atem wurde gleichm??iger und ich bekam wieder Luft. Meine Sinne spannten sich und ich horchte auf das kleinste Ger?usch. Die Schreie der Menschen waren schon vor einiger Zeit verstummt. Nur hier und da erklang noch ein entferntes Wimmern. Anna ? Die Erkenntnis, dass meine Schwester hier irgendwo sein musste, traf mich wie ein Schlag. Sie sa? mir genau gegen?ber, als das Geb?ude einst?rzte. Also musste sie hier irgendwo sein. ?Anna?? versuchte ich zu rufen, doch es klang eher wie ein Kr?chzen. Ich hatte zu viel Staub eingeatmet und musste ein paar Mal kr?ftig husten. Dann ging es besser. ?Anna? Bist du hier irgendwo?? rief ich nun laut. ?Anna! Melde dich, wo bist du?? Immer wieder rief ich nach ihr und als ich schon fast aufgeben wollte, erklang unweit von mir ein Wimmern. ?Anna?? wiederholte ich noch einmal ihren Namen und hielt den Atem an, als ich gespannt auf eine Antwort wartete. ?Sarah?? ihre Stimme klang genauso belegt, wie meine noch vor wenigen Minuten. ?Was ist passiert?? fragte sie weinerlich. Tr?nen der Freude traten mir in die Augen und vermischten sich mit dem Schmutz auf meinem Gesicht, so dass sie in meinen Augen brannten. Ich zwinkerte ein paar Mal und schloss schlie?lich die Augen, da ich mit meinen H?nden nicht an mein Gesicht kam. ?Anna, das Geb?ude ist eingest?rzt.? versuchte ich so ruhig wie m?glich zu sagen. ?Oh mein Gott!? Es war mehr ein Fl?stern, dass zu mir her?ber drang, aber ich verstand es trotzdem. ?Wie geht es dir? Bist du verletzt?? fragte ich meine Schwester. ?Ich wei? es nicht. Ich kann mich nicht bewegen und ?? nach einer Pause setzte sie hinzu ?ich sp?re meine Arme und Beine nicht.? ?Keine Angst. Das ist bestimmt nur der Schock, Anna.? Meine Stimme zitterte, als ich versuchte, sie zu tr?sten. ?Hast du Schmerzen?? ?Nein, ich sp?re ?berhaupt nichts.? antwortete sie und ihre Stimme klang trotz der Umst?nde sehr gefasst.

Ich wei? nicht, wie lange wir so da lagen. Eingeklemmt, begraben unter Tonnen von Beton in Dunkelheit und Stille, nur ab und zu durch unsere Versuche, uns gegenseitig Mut zuzusprechen, unterbrochen, als ich ein Ger?usch vernahm. Es klang wie ein Scharren und dazu gesellten sich Laute, die ich nicht einordnen konnte. Sie klangen nicht menschlich. In diesem Augenblick war mir egal, ob es eine Ratte war, die versuchte, dem steinernen Gef?ngnis ebenfalls zu entkommen oder jemand, der nach uns suchte. Ich begann zu schreien: ?He! Hallo! Hier sind wir! Bitte! Helft uns!? Ich schrie solange, bis meine Stimme versagte, doch das Scharren und die Laute kamen zu meiner Erleichterung auch immer n?her. Pl?tzlich erhellte ein Lichtstrahl meine dunkle Kammer. Etwas wurde hindurch geschoben und ich kann mich nicht erinnern, mich jemals so gefreut zu haben, als durch das Rohr eine m?nnliche Stimme erklang, die mich aufforderte: ?Verhalten sie sich bitte ruhig. Wir holen sie gleich hier raus.? ?Meine Schwester.? rief ich so laut ich es mit meiner heiseren Stimme noch konnte. ?Sie ist irgendwo in meiner N?he. Bitte retten sie sie zuerst!? Ich erhielt keine Antwort, h?rte aber, wie ?ber mir langsam Betonbrocken abgetragen wurden. ?Anna?? Sie hatte sich nicht mehr gemeldet, seit ich das Scharren vernommen hatte. ?Anna!? Ich rief immer wieder ihren Namen, so lange, bis ?ber mir das Tageslicht erschien und ich geblendet die Augen schlie?en musste.

Sp?ter erfuhr ich, dass ein Rettungshund mich gefunden hatte. Sein Bellen und Scharren war es, das ich damals h?rte.

Anna hat es nicht geschafft, aber ich bin dankbar, dass ich ihre Stimme noch einmal h?ren konnte. Ohne sie h?tte ich vielleicht nicht durchgehalten.
2.9.06 00:11


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